Welt der Technik

Was kostet eine Blockchain-Transaktion?

Was kostet eine Blockchain-Transaktion? (2018) Die mithilfe der Blockchain-Technologie geschürften Kryptowährungen wurden in den vergangenen Monaten und Jahren immer teurer, vor allem der Bitcoin-Kurs eilte zumindest bis Ende 2017 von einem Rekordhoch zum nächsten. Bei dieser und bei weiteren Kryptowährungen entstanden Supergewinne von mehreren Tausend Prozent, wie sie die Welt noch nirgends gesehen hat. Nun fragen sich interessierte Beobachter, wie denn das Mining in der Blockchain eigentlich funktioniert, welche technischen Voraussetzungen dafür nötig und auch, was die Kosten sind.

Benötigte Hardware für das Mining

Die Algorithmen für einzelne Blockchains unterscheiden sich teilweise gravierend, was große Konsequenzen für die Mining-Technologie hat. Das Schürfen von Bitcoins etwa ist nur mit spezieller Hardware möglich. Eingesetzt werden sogenannte ASICs (application-specific integrated circuits), die es auch zu moderaten Preisen schon unter 200 Euro im Handel gibt. Allerdings ändert sich diese Technik mit zunehmender Mining Difficulty, sodass es sehr aufwendig sein kann, für das Bitcoin-Mining hardwareseitig stets auf dem neuesten Stand zu sein. Andere Kryptowährungen lassen sich mit einem normalen Rechner schürfen, doch sie generieren oft längst nicht so viel Gewinn wie der Bitcoin.

Stromverbrauch beim Mining

In letzter Zeit gerät der Stromverbrauch speziell beim Bitcoin-Mining in den Fokus der Öffentlichkeit. Er ist enorm, allerdings nicht so hoch, dass sich zum gegenwärtigen Bitcoin-Preis von rund 8.000 Euro (Stand: 31.01.2018) das Mining auch in Mitteleuropa nicht lohnen würde. Nach jüngsten Berechnungen bleibt es profitabel, solange der Kurs nicht unter 1.000 Euro sinkt. Dennoch ist der Strombedarf enorm, weshalb sich viele Mining-Farmen in Weltregionen angesiedelt haben, in denen der Strom sehr viel günstiger zu beziehen ist. Das wäre etwa die autonome chinesische Provinz Innere Mongolei, wo es viel günstigen Strom aus Wasserkraft und zu wenige industrielle Abnehmer dafür gibt. Nach jüngsten Berechnungen von Januar 2018 dürften die Rechner für das Mining aller Kryptowährungen im Jahr 2018 ungefähr so viel Strom wie ganz Argentinien verbrauchen, nämlich etwa 140 Terawattstunden. Das könnte auch die Anbieter erneuerbarer Energien beflügeln. Selbst Elektrofahrzeuge brauchen längst nicht so viel Strom. Dieser Effekt kann den weltweiten Strombedarf um 0,5 - 1,0 % erhöhen. Das ist zu verkraften, doch es sollte beachtet werden. China etwa, das seit einiger Zeit mit Restriktionen gegen Kryptowährungen vorgeht, führt als Argument dafür auch den exorbitant gestiegenen Stromverbrauch im Inland an. Dieser wirft auch Umweltfragen auf - denn nicht jeder chinesische Rechner für das Bitcoin-Mining wird mit Strom aus Wasserkraft betrieben. Es gibt in China auch sehr viele Kohlekraftwerke. Inwieweit nun der erhöhte Strombedarf bedenklich ist oder nicht, wird höchst unterschiedlich bewertet. Einige Analysten sehen ihn positiv und glauben, dass grüne Energie im Gleichklang mit dem Stromverbrauch der Blockchains einen Boom erleben wird. Die japanische Kommune Kazuno startete gar eine Kampagne, um Krypto-Miner zu gewinnen. Sie sollen sich dort ansiedeln und mit ihrem Stromverbrauch die heimische Wirtschaft beflügeln.